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Der neue Megatrend des Wohnens – Authentisch sein

Der neue Megatrend des Wohnens – Authentisch sein

Authentisch Wohnen ist der neue Megatrend, weil es uns Menschen entspricht die eigenen Bedürfnisse und nicht Modetrends im Auge zu haben.

Im Zusammenhang mit dem Wohnen tauchen immer wieder die verschiedensten Trends auf. So gibt es den Trend zur Individualisierung, zur Verstädterung, zur Gesundheitsorientierung, zum modularen Wohnen oder vieles andere mehr. Die Vielzahl dieser Trends ist fast unüberschaubar. Was bringt es dem Einzelnen über Trends Bescheid zu wissen? Verbessere ich meine Wohnqualität, wenn ich einem Trend folge?

Wohl kaum, denn ein Trend zeigt an, wohin die Mehrzahl der Menschen „tendiert“, aber das kann für Dich vollkommen falsch sein. Wozu dienen diese Trends also? Ganz einfach, ein Trend ist ein Marketinginstrument, das sowohl der Wirtschaft, als auch der Politik dient. Die Wirtschaft kann daraus ablesen, welche Produkte (Wohnungen, Häuser) in Zukunft nachgefragt sein werden. Die Politik kann sich in ihren Inhalten am Trend ausrichten, oder aber gegensteuern, je nach politischer Orientierung.

Auch das ist für Dich und Dein „Wohnglück“ wenig bis gar nicht relevant.

Das Bedürfnis nach kultureller Zugehörigkeit

Aber lass mich dies kurz relativieren. Der Trend ist für Dich sehr wohl relevant, wenn Du ein „trendiges“ Haus, oder eine „trendige“ Wohnung willst. Genau hier setzen ja auch die meisten Wohnzeitschriften an. Sie zeigen uns, was „in“ ist. Wir können diesen Trends folgen und sind dann auch „in“, so meinen wir zumindest. Wahrscheinlich kannst Du bereits zwischen den Zeilen lesen, wo meine Sichtweise hin geht. Es gibt jedoch auch ein Wohnbedürfnis, das vom Trend abgedeckt wird –  nämlich das Bedürfnis nach Zugehörigkeit. Wir wollen uns einer Gruppe (Kultur, Weltanschauung usw.) zugehörig fühlen, und der Trend gibt uns die Möglichkeit dazu. Dies hat eine große Bedeutung, die ich auch nicht schmälern möchte. Die Bedeutung von Trends im Allgemeinen, will ich hier jedoch sehr wohl relativieren. Folge ich unreflektiert einem Trend, so verzichte ich auf die eigene Sichtweise, und dies erschwert mir den Blick auf die eigenen Bedürfnisse. Häufig stelle ich bei meinen Kunden auch fest, dass die Orientierung an Modetrends das Gefühl für die eigenen Bedürfnisse vollkommen verstellt. Dies zu erkennen, ermöglicht  die Frage nach dem authentischen Wohnen.

Authentisch Wohnen – was brauchen ich wirklich?

Doch lassen wir diese einleitenden Gedanken beiseite und wenden uns dem heutigen Thema zu. Wohnen ist die räumliche Verankerung unserer Bedürfnisse. Haben wir eine Familie mit Kindern, so brauchen wir eine Familienwohnung, wir brauchen familiengerechte Grundrisse und ein familiengerechtes Umfeld. So verhält es sich mit allen Bedürfnissen, auch die etwas individuelleren, wie das Bedürfnis nach Schutz und Geborgenheit. Damit sind wir schon beim Kernthema meines Artikels, nämlich Fragen wie etwa:

  • „Wie kann ich authentisch Wohnen?“
  • „Wie kann ich so wohnen, dass möglichst alle meiner Wohnbedürfnisse abgedeckt werden?“

Genau hier beginnt die Frage nach den eigenen Bedürfnissen, und damit endet die Frage nach Trends oder Modeerscheinungen.

 © KB3 fotoliamoderne Architektur  © Herbert Reichl

 Das Vortäuschen von Stimmungen

Trends können nicht nur vom Wesentlichen ablenken, sie können sogar ganz entschieden in die Irre leiten. Dies möchte ich gerne anhand des linken Fotos erklären. Du siehst hier ein modernes Haus, das durchaus Behaglichkeit und Geborgenheit ausstrahlt. Ich möchte Dich jedoch bitten, die Perspektive zu wechseln. Setze Dich bitte in Gedanken in den Stuhl, den man im Erdgeschoss ganz rechts erkennen kann. Blicke dann um Dich, was nimmst Du wahr? Du siehst eine eher spartanisch eingerichtete Halle, die rundherum mit Glas umgeben ist. Diese Glasfläche erscheint von innen aus schwarz, weil Du ja ins Dunkle hinaus siehst. Du bist also an drei Seiten mit einer schwarzen Fläche umgeben und weißt nicht, was draußen passiert. Dies ist für einen Menschen, der sich entspannen will, der absolute Supergau des Wohnens. Von außen sieht dieses Haus behaglich aus. Wenn wir solche Fotos sehen, sollte uns bewusst sein, dass sowohl der Standort des Fotografen als auch die Tageszeit bewusst gewählt sind, weil man Behaglichkeit vermitteln will. Dies erreicht man durch die Holzfassade im Vordergrund und noch mehr durch das warme Licht im Rauminneren. Diese Wärme kann man nur dann einfangen, wenn man das Foto am Abend macht. Wenn der Himmel noch erkennbar ist, vielleicht sogar mit einem Stich an Abendröte, dann erzeugt dieses Haus das Gefühl der Geborgenheit, die Du jedoch nicht erleben wirst, wenn Du dich im Hausinneren befindest.

Das Missachten von Bedürfnissen

Dieses Haus entspricht sicherlich dem Trend nach Transparenz, Offenheit und kann vielleicht auch als gelungene Architektur bezeichnet werden. Es kann sein, dass Dir dieses Haus gefällt, und dass Du dieses Haus vielleicht auch kaufen würdest. Ich möchte auch durchaus offenlassen, dass es eine Gruppe von Menschen gibt, die sich darin wohl fühlen würden. Was ich jedoch ganz klar vermitteln möchte: Durch trendige Gestaltung und durch moderne Architektur werden wir auch verleitet, einige unserer wesentlichen Bedürfnisse in den Hintergrund zu stellen. Nämlich das Bedürfnis nach Schutz, Geborgenheit und Behaglichkeit. Auch das Bedürfnis nach einem konfliktfreien Zusammenleben wird hier untergraben.

Als Gegenpol zum linken Haus, möchte ich Dir ein Haus (rechtes Foto) zeigen, das wahrscheinlich sehr viel Geborgenheit im Innenbereich zu bieten hat. Auch hier gibt es eine großzügige Verglasung, jedoch mit Sprossen, das den Eindruck der Grenze vermittelt. Zudem wurde hier die Natur sehr stark eingebunden, was in uns das Gefühl der Geborgenheit erzeugt. Die Hecke im Vordergrund bietet Blickschutz. Dieses Haus ist vielleicht in den 90er Jahren entstanden, ist jedoch hinsichtlich Geborgenheit moderner als das linke Beispiel.

Der neue Megatrend

Daher möchte ich einen neuen Megatrend des Wohnens formulieren:

Wohnqualität entsteht durch authentisches Wohnen

Authentisches Wohnen bedeutet, das persönliche Wohnumfeld den persönlichen Bedürfnissen anzupassen. Oder anders ausgedrückt – authentisches Wohnen bedeutet, den persönlichen Bedürfnissen Raum zu geben. Der Philosoph Martin Heidegger hat einen sehr tiefgründigen Satz formuliert – „Wohnen ist die Art und Weise des Auf der Welt Seins“. Mit „Auf der Welt Sein“ meint Heidegger die individuelle Art jedes einzelnen Menschen, und er meint damit auch, dass sich im Wohnen diese Individualität des Menschen ausdrückt. Wir müssen also erkennen, unser neuer Megatrend ist nicht ganz so neu, er ist eigentlich uralt, aber sehr häufig vergessen worden. Daher macht es durchaus Sinn ihn neu zu formulieren.

Authentisch Wohnen für hochsensible Menschen

Die hier beschriebenen Zusammenhänge gelten besonders für alle hochsensiblen Menschen. Dies aus folgenden Gründen:

Hochsensible haben meist ein stärkeres Rückzugsbedürfnis und auch ein stärkeres Bedürfnis nach Geborgenheit. Beides wird in der modernen Architektur eher verhindert als gefördert. Genauso verhält es sich mit Konflikten des Zusammenlebens. Eine zu offene Grundrissgestaltung führt häufiger zu Konflikten als eine differenzierte Raumanordnung. Die Gestaltung von Zonen und Rückzugsmöglichkeiten ist sehr förderlich für das Zusammenleben als Paar und noch viel mehr für Familien. Das Hauptproblem bei Hochsensibilität ist die sehr schnell eintretende Reizüberflutung. Dieser kann man entgegenwirken, wenn Wohnstresse beseitigt wird. Im Blogartikel „4 Strategien gegen den Wohnstress“ findest Du Anregungen dazu, was Wohnstress bedeuten kann und wie er beseitigt werden kann.

Die aktuellen Modetrends des Wohnens und vor allem des Bauens, gehen sehr deutlich an den Bedürfnissen vieler hochsensibler Menschen vorbei. Daher verknüpfe ich das Thema des authentischen Wohnens immer wieder mit dem Thema der Hochsensibilität. Authentisch Wohnen betrifft natürlich auch nicht hochsensible Menschen.

Der Weg zum authentischen Wohnen

Der erste Schritt zum authentischen Wohnen ist, die eigenen Bedürfnisse des Wohnens zu formulieren und möglichst nichts dabei zu übersehen. Aus diesen Bedürfnissen kann man Ziele formulieren für die Gestaltung der Wohnung oder für die Planung. Erst wenn diese Ziele klar sind, macht es Sinn zur Umsetzung zu schreiten. Bedürfnisanalyse, Ziele formulieren und dann erst die Umsetzung, sind ganz knapp zusammengefasst der Weg zum authentischen Wohnen. Dazu gibt es viele Facetten, die ich in meinen Blogartikeln aufgreife.

Außerdem kannst Du ein kostenfreies pdf – „Erholsam Wohnen – 8 Wohntipps für Hochsensible“ downloaden. Hier findest Du einige Übungen zu den Wohnbedürfnissen, verknüpft mit 8 Wohntipps, die speziell für hochsensible Menschen gedacht sind.

4 Strategien gegen den Wohnstress

4 Strategien gegen den Wohnstress

Die 4 Strategien gegen den Wohnstress sollen helfen, sich vor dauerhaften Belastungen der Wohnung zu schützen. Dies ist ein zentrales Wohnbedürfnis. Stressfaktoren des Wohnens zu beseitigen ist vor allem deshalb wichtig, weil diese über einen sehr langen Zeitraum wirken, und damit auch eine Belastung für unsere Gesundheit darstellen. Außerdem sind Dinge, die wir täglich um uns haben, häufig so vertraut, dass wir sie nicht mehr als Belastung wahrnehmen. Wir haben uns daran gewöhnt, was nicht heißt, dass die Belastung weg ist.

Fühlen Sie sich Zuhause nicht so wohl, wie Sie sich das wünschen, so können Sie dies ändern, indem Sie Wohnstresse erkennen und beseitigen. Der nächste Schritt ist es dann, Stressfaktoren durch erholsame Gestaltung zu ersetzen.

Vor welchen Belastungen sprechen wir hier? Wohnstresse sind nicht nur Belastungen, die so massiv wirken, wie etwa eine Autobahn in der Nähe, sondern vor allem Stressfaktoren, die durch das Wohnen direkt entstehen und oft schwer zu erkennen sind. Zum besseren Überblich, wollen wir hier 4 unterschiedliche Formen von Wohnstress beschreiben.

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Reizüberflutung – Ihre Sinne werden stärker gereizt, als es für Sie gut ist

kreis-gelb1Wohnkonflikte – Die Raumaufteilung führt zu Konflikten in der Wohnnutzung

kreis-gelb1Unsicherheit – aus mangelnder Geborgenheit entsteht ein diffuses Gefühl der Unsicherheit

kreis-gelb1Ineffizienz – der Alltag ist beschwerlicher als dies sein müßte, weil die Wohnung ineffizient gestaltet ist

Die 4 Strategien gegen den Wohnstress

Diese 4 Formen von Wohnstress gilt es zu erkennen und zu beseitigen. Dazu können wir die 4 Strategien anwenden, die ich im Anschluss näher beschreibe:

  • Das Reizniveau Ihren Bedürfnissen anpassen
  • Aktive und passive Wohnfunktionen trennen
  • Plätze der Geborgenheit herstellen
  • Alltagsfunktionen vereinfachen

Hier wollen wir uns diese 4 Strategien im Detail ansehen.

Strategie 1 – Wahrnehmungsqualität herstellen

Wahrnehmung ist für unsere Sinne so etwas wie die Nahrung für unseren Körper. Wir brauchen Sie um psychisch bei Kräften zu bleiben. In einer Zeit der Reizüberflutung wird es immer wichtiger, darauf zu achten, mit welchen Reizen man sich umgibt.  Achten wir nicht darauf, so ist das gleichzusetzen mit einer ungesunden Ernährung, es ist so als ob wir täglich Junck Food essen würden. Die Folgen von ungesunder Ernährung sind hinreichend bekannt. Nicht so ist es mit der Nahrung für unsere Sinne und für unser Nervensystem. Eine hohe Wahrnehmungsqualität in der Wohnung und Wohnumgebung wirkt auf längere Sicht sehr positiv auf unser Nervensystem und kann Phänomenen wie dem Burn Out vorbeugen. Wahrnehmungsqualitäten sind also ein wesentlicher Beitrag für unsere Gesundheit. Dabei sollten alle Sinne berücksichtigt werden, also auch der Geruchssinn oder der Tastsinn. Hier eine Aufstellung möglicher Wahrnehmungsstresse:

  • Eine unruhige Gestaltung durch zu viele optische Reize
  • Geräusche aus anderen Zimmern oder von außen
  • Schlechte Akustik – es hallt im Raum
  • Materialien, die man nicht gerne angreift
  • Oberflächen, die ein gewisse Verletzungsgefahr ausstrahlen (z.B. raue Oberflächen oder spitze Kanten)
  • Überhitzung
  • Blendung

Diese Punkte haben gemeinsam, dass sie zu viele Reize bieten. Stress kann jedoch auch entstehen, wenn zu wenige Reize vorhanden sind, wie etwa bei:

  • Monotoner Gestaltung
  • Zu wenig Beleuchtung oder Tageslicht
  • Vollkommener Stille

2 Möglichkeiten Wahrnehmungsstress zu korrigieren

Grundsätzlich können wir die Quantität oder die Qualität von Reizen verändern, beides führt zu einer besseren Wahrnehmungsqualität und wird sich für Sie besser anfühlen. Hierzu einige Beispiele:

Licht

Ein zu dunkler Raum kann durch mehr Lichtquellen erhellt werden, wir können jedoch auch das Lichtspektrum unseren Bedürfnissen anpassen. Wir können z.B. ein warmes Licht dort verwenden, wo wir uns entspannen wollen und uns geborgen fühlen.

Gestaltung

Eine zu unruhige Gestaltung kann korrigiert werden, indem wir Dinge wegnehmen. Wir können jedoch auch auf die Qualität der Gestaltung einwirken, indem wir Dinge verwenden, die in uns angenehme Gefühle oder Erinnerungen wecken.

Geräusche und Akustik

Eine schlechte Akustik können wir durch weiche Materialien dämpfen, wir können jedoch auch angenehme Geräusche in einen Raum bringen, wie etwas das Plätschern eines Zimmerbrunnens

Wärme

Zu viel Wärme (Überhitzung) kann durch Abschattung korrigiert werden, wir können jedoch auch eine angenehme Wärme wie die Strahlungswärme herstellen.

Meine Empfehlung für dieses Thema lautet also:

Betrachten Sie Ihre Räume hinsichtlich aller Sinnesmodalitäten, stellen Sie fest, ob hier jeweils zu viele oder zu wenig Sinnesreize (Quantität) vorhanden sind und korrigieren Sie möglichst mit qualitativen Reizen, oder anders formuliert, können sie sich diese Frage stellen:

Welche Reize sind zu viel oder zu wenig, und wie kann ich dies meinen Bedürfnissen anpassen?

Hier drängt sich eine wichtige Frage auch, was ist wenn der Partner dies anders empfindet? Dies kann sehr wohl der Fall sein. Es gibt geschlechtsspezifische Unterschiede in der Wahrnehmung von Wärme, es gibt unterschiedliche Geschmäcker, und es kann sein, dass Sie hochsensibel sind, und Ihr Partner nicht, oder umgekehrt. Dies bedeutet, dass die gemeinsame Gestaltung von Räumen eine intensive Kommunikation verlangt, wo die eigenen Empfindungen, aber auch die eigenen Bedürfnisse vermittelt werden sollten. Im Blogartikel Wohnkonflikte und Wohn-Glück habe ich diese Thematik näher beschrieben.

Strategie 2 – Wohnfunktionen trennen

Vor allem bei Familien entsteht viel Stress durch unterschiedliche Nutzung. Diese Nutzungskonflikte führen meist zu einem Gefühl der Beengung, ev. zu einem Rückzugsverhalten, manchmal auch zu Aggression. Also sind Nutzungskonflikte eine wesentlicher Stressfaktor, der leider durch die moderne Bauweise genährt wird. Es ist naheliegend, dass ein Gemeinschaftsbereich, in dem Kochen, Essen und Wohnen in einem Raum stattfinden, zu Konflikten führen muss. Einige typische Beispiele dafür:

  • Eine Person will lesen, die andere Fernsehen oder Musik hören
  • Eine Person will den eigenen Hobbys nachgehen und dabei möglichst wenig gestört werden, die Kinder spielen
  • Eine Person hat Freunde eingeladen, die zweite Person will aber nicht dabei sein

Diese Liste lässt sich fast beliebig fortsetzen. Sobald zwei oder mehrere Menschen zusammen leben, werden laufend unterschiedliche Bedürfnisse vorhanden sein, die ein Denken in Zonen nahelegen. Jedes Bedürfnis braucht Raum und somit sollten Tätigkeiten, die sich gegenseitig stören auch räumlich getrennt sein.

Praktikabel ist eine Trennung von aktiven und passiven Wohnfunktionen. Dies bedeutet, dass es im Gemeinschaftsbereich einen Raum für den Alltag, für die Hausarbeit, für das Beisammensein und für das Spielen der Kinder geben soll. Ein zweiter Raum kann dann als ruhiger Rückzugsbereich dienen. Mehr Zonen sind nicht nötig, weniger sind nicht passend. Die Aufteilung des Gemeinschaftsbereiches in zwei Räume ist ein Hauptthema im Buch „das Familienhaus“.

Strategie 3 – Plätze der Geborgenheit schaffen

Geborgenheit in der Innengestaltung

Geborgenheit in der Innengestaltung

Geborgenheit ist ein zentrales Wohnbedürfnis, das ich im Blogartikel „Bauen für Geborgenheit“ näher beschrieben habe. Dort habe ich auch die Grundformel für räumliche Geborgenheit beschrieben, nämlich „sehen ohne gesehen zu werden“. Wenn Sie sich in Ihrem Zuhause Plätze schaffen, wo Sie Überblick haben, gleichzeitig aber nicht von außen beobachtet werden können, haben Sie die Grundvoraussetzung für Geborgenheit geschaffen. Zahlreiche Gestaltungsmittel können dies unterstützen, wie etwa die Verwendung weicher Materialien, warmer Farben oder auch von runden Formen. Mehr dazu können Sie in meinem Artikel nachlesen.

Machen wir uns hier jedoch noch etwas Gedanken, wie das Gefühl der Unsicherheit entsteht. Grundsätzlich entsteht Unsicherheit beim Verlust von Kontrolle. Wenn wir also nicht mitbekommen, was um uns herum passiert und keinen Einfluss darauf haben. Der beste Einbruchschutz kann diese Unsicherheitsgefühle nur marginal beeinflussen. So betrachtet hat Sicherheit nicht nur mit der eigenen Wohnung zu tun, sondern sehr viel mit dem Umfeld und der Nachbarschaft. Sicherheit entsteht, wenn wir die Nachbarn kennen und wenn wir darauf vertrauen können, dass sich diese zuständig fühlen, wenn Unvorhergesehenes passiert. Gerade bei der Auswahl von Wohnungen oder auch von Grundstücken sollte man auf das Umfeld achten.

Strategie 4 – Alltagsfunktionen vereinfachen

Nun sind wir wieder bei einem Thema, das mit den Innenräumen zu tun hat. Wenn Sie das Gefühl haben Ihr Wohnalltag ist sehr anstrengend, könnten ev. diese Gründe dahinter stecken:

  • Sie müssen mehr Wege zurück leben, als dies notwendig ist
  • Sie können die Haushaltsführung (Kochen, Waschen, Bügeln usw.) schwer mit der Kinderaufsicht verbinden
  • Es ist schwer Ordnung zu halten, weil zu wenig Stauraum vorhanden ist

Es kann seine, dass diese Stressfaktoren schwer zu ändern sind, nämlich dann, wenn die Gründe in der Raumaufteilung liegt, die nicht zu ändern ist. Und doch können Lösungsansätze gefunden werden, wenn man Funktionen verändert. Sehen wir uns dies nun im Detail an:

Wegeführung

Ein richtig aufgeteilter Grundriss führt automatisch zu einer passenden Wegeführung. Probleme könnten entstehen, wenn Kochen und Essen nicht unmittelbar aneinander grenzen. Ist dies der Fall, so könnte geprüft werden, ob man diese Situation durch eine Umnutzung verändern kann. Optimal für die Haushaltsführung ist die Essküche. Wenn Ihre Küche groß genug ist, können Sie zumindest einen kleineren Esstisch dort unterbringen.

Haushalt und Kinderaufsicht

Der Familientisch in der Küche ist optimal um Haushalt und Kinderaufsicht gut verbinden zu können. Für kleine Kinder ist es wichtig in der Nähe der Mutter (oder des Vaters) spielen zu können. Daher ist eine Spielfläche in Küchennähe optimal. Am besten geeignet ist ein großer Raum, wo mehrere Funktionen verknüpft werden können.

Staumöglichkeiten

Stauraum mit wenig Fläche zu schaffen ist ein Hauptthema verschiedener Möbelhäuser. Bevor Sie sich auf den Weg machen, sollte dieser Stauraum zumindest grob geplant werden. Eine Liste dessen was verstaut werden soll kann hilfreich sein, dabei können Sie auch gleich überlegen, was den Weg in den Altstoff finden kann.

Überblick zum Thema

Dieser Artikel bietet einen kurzen Überblick zu den Themen, die beim Wohnen Stress verursachen können. Die vorgestellten Strategien gegen den Wohnstress sind vielfältig anwendbar, werden jedoch im individuellen Fall jeweils anders aussehen. Wichtig ist es das Problem (die Stressfaktoren) zu lokalisieren. Meist wird dann bereits ein Lösungsweg sichtbar.

Viel Spaß bei den kreativen Lösungen wünscht

Herbert Reichl

 

Erholung Zuhause

Erholung Zuhause

Erholung Zuhause ist der Weg zu mehr Erholung im Alltag.  


Erholung, und insbesondere Erholung Zuhause, ist ein wichtiger Faktor für Gesundheit. Wir können nicht dauerhaft gesund bleiben, wenn wir uns nicht vom Alltagsstress erholen können. Unser Körper ist darauf ausgerichtet, dass Phasen der Leistung auch Phasen der Erholung folgen. Nur so kann unser Nervensystem mit der Polarität von sympathischen (Leistung) und parasympathischen (Erholung) Nervensystem funktionieren.

Oder anders formuliert: Leben ist eine Abfolge von Spannung und Entspannung. Fehlt eines der beiden, geraten wir aus der Balance. Das Wohnen hat üblicherweise die Funktion der Entspannung. Also ist es wichtig, dass wir uns Zuhause optimal erholen können, denn wenige können es sich leisten, bei einem Erholungswunsch, sofort auf Urlaub zu fahren.

„Der Jahresurlaub ist wichtig, aber er reicht langfristig nicht aus, um sich ausreichend zu erholen“, so der Experte zum Thema Erholung, Dr. Gerhard Blasche. Ein Tapetenwechsel hilft nur kurzzeitig – viel wichtiger für das Wohlbefinden scheint das Stressmanagement im Alltag zu sein. Erholung im Alltag ist die Herausforderung und besonders wichtig, wenn Beruf und Privatleben ineinander übergehen, wie es beim home-working der Fall ist.

Der Erholungsbedarf hat sich verändert

In früheren Jahrhunderten und Jahrzehnten war Erholung vor allem nach einer harten körperlichen Arbeit notwendig, und hat sich vor allem auf körperliche Funktionen bezogen. Erholung war also die notwendige Reaktion auf Ermüdung.

Dies hat sich gravierend verändert, zumindest für die meisten von uns: Nicht Ermüdung, sondern Erschöpfung ist der Zustand vieler Erholungsbedürftigen unserer Zeit. Was ist der Unterschied? Erschöpfung ist vor allem ein psychisches Phänomen. Vor allem Zeitdruck und Leistungsdruck sind dafür verantwortlich, jedoch auch viele Konfliktsituationen im Arbeitsleben oder im Privatleben. Was Erholungssuchende brauchen ist also vor allem Abstand und nicht mehr mit reiner körperlicher Erholung gleichzusetzen. Dies kann man als mentale Erholung bezeichnen.

Wie Erholung entsteht

Erholung braucht grundsätzlich einen Abstand zu den belastenden Faktoren. Nur dann ist mentale Erholung möglich. Die Umwelt (Wohnung und Wohnumgebung) hat hier einen entscheidenden Einfluss. Sie wirkt dann erholsam auf uns, wenn:

  • Wir den Eindruck haben weit weg zu sein
  • Wir eine gewisse Faszination erleben
  • Das Gefühl von Weite und Ausdehnung entsteht
  • Wenn wir diese Umwelt als zusammengehörig erleben
  • Wenn wir hier das machen können was wir wollen

Unter diesen Bedingungen, können wir Abstand gewinnen und uns mental erholen. Dies führt dann auch zu einer emotionalen Erholung. Dies bedeutet, dass wir ruhiger werden, und sich die körperlichen Stresssymptome verflüchtigen.

Woran Erholung Zuhause scheitern kann

Die oben genannten 5 Punkte scheinen zu belegen, dass wir Urlaub brauchen um uns wirklich zu erholen. Dies stimmt jedoch nur scheinbar. Wenn wir die Zusammenhänge genau betrachten, werden wir Wege finden, wie in unserem Zuhause Erholung entstehen kann. Doch bevor wir beschreiben, welche Voraussetzungen wir brauchen, um uns Zuhause zu erholen, sollten wir genauer betrachten, wieso Erholung Zuhause sehr oft scheitert. Dies ist der Fall wenn diese Faktoren zu deutlich ausgeprägt sind:

  • Sie sind einem oder mehreren Wahrnehmungsstressoren ausgesetzt wie Lärm, schlechte Akustik, aber auch visuellen Wahrnehmungsstress
  • Es gibt in Ihrer Wohnung zu wenig Plätze der Geborgenheit
  • der Einblick ist zu sehr möglich, so dass die Privatheit in Frage gestellt ist
  • Sie werden bei Tätigkeiten, die Sie gerne machen, häufig gestört, so dass kein Abschalten entstehen kann
  • Die Gestaltung ist nicht erholungsfördernd (Farben, Licht, Materialien)
  • Es gibt zu wenige oder keine Rückzugsplätze

Wie Erholung trotzdem gelingt

Der erste Schritt, das eigene Zuhause erholsam zu gestalten, ist zunächst, die Stressfaktoren zu erkennen. Dann ist es wichtig die individuellen Bedürfnisse genau zu beschreiben, unter denen Erholung für Sie entsteht. Wenn Sie es schaffen, einen Platz dafür zu schaffen, wo Sie diese Tätigkeiten ausüben können wird in Folge „flow“ entstehen. Dies ist ein Zustand, wo man in einer Tätigkeit aufgeht, die Umgebung und die Zeit vergisst, und wo Erholung die Folge ist. Eine erholsame Gestaltung kann dieses „flow“ noch entscheidend verbessern.

Individuelle Bedürfnisse und Erholung

Nachdem sich Erholung vor allem gut einstellen kann, wenn man etwas macht, was man gerne tut, ist unser nächster Schritt auf dem Weg zur Erholung Zuhause die Beschreibung von Tätigkeiten, die Sie mit Erholung verbinden. Dies werden häufig beschauliche Tätigkeiten sein. Stellen Sie sich diese Fragen:

  • Bei welcher Tätigkeit kann ich mich gut entspannen?
  • Welche Körperposition nehme ich dabei idealerweise ein?
  • Welches Sitz- oder Liegemöbel ermöglicht diese Körperposition am besten?
  • Wo in der Wohnung ist es möglich einen solchen Platz zu schaffen?
  • Wieviel Nähe oder Distanz zu meinen Mitbewohnern brauche ich für diesen Platz?

Dies sind einige Punkte, die als Grundlage für die Gestaltung eines individuellen Erholungsplatzes dienen.

Erholung braucht einen fixen Platz

Für diese Tätigkeit einen fixen Platz einzurichten, wird Ihre Erholung deutlich verbessern. Er dient dann als Anker. Damit ist gemeint, dass Sie diesen Platz mit Erholung verknüpfen und dann hier Erholung auch deutlich besser gelingt. Darüber hinaus hat ein fixer Platz den Vorteil, dass Sie diesen erholungsfördernd einrichten können. Auf diese Gestaltungsmerkmale werden wir noch genauer eingehen, bzw. sind auch in anderen Artikeln der Reihe „gesunde Lebensräume“ beschrieben.

Es gibt noch einen weiteren Anker, der die Erholungsqualität verbessern kann, die Zeit. Wenn Sie sich immer zum selben Zeitpunkt eine Auszeit in Ihrer Erholungsoase gönnen, wird sich Ihr Unterbewusstsein darauf einstellen. Erholung wird dann zu einem Ritual, das Sie möglicherweise bald nicht mehr missen wollen.

Die 9 Raumfaktoren für Erholung

Hier wollen wir knapp zusammenfassen, welche Raumgestaltung für Ihre Erholungsoase förderlich ist:

Abstand gewinnen – dieser Platz sollte Sie nicht an Stressfaktoren erinnern, sondern Symbole für Erholung beinhalten. Dies kann durch Bilder und anderes Inventar geschehen, oder durch eine Raumgestaltung, die bewusst anders ist, als die der restlichen Wohnung.

Natürliche Wahrnehmung – gewisse Aspekte der Natur wirken erholsam, dies sollten Sie für Ihren Platz unbedingt nutzen. Wenn Sie hier keinen Ausblick in die Natur haben, sollten Sie die Natur in den Raum holen. Siehe Artikel – die Heilkraft der Natur in unseren Räumen

Weite und Ausdehnung – auch diesen Faktor können Sie über Bilder in den Raum holen, vor allem dann, wenn der Ausblick aus dem Fenster dies nicht bietet.

Faszination – wenn Sie nicht das Glück haben, dass Sie einen Ausblick in die Weite der Natur besitzen, sollten Sie auch diesen Punkt mit Bildern arrangieren. Faszinierende Bilder können aus einer Urlaubssituation mitgenommen werden, oder Sie suchen in einem der Internetportale.

Geborgenheit – Im Artikel „Bauen für Geborgenheit“ habe ich beschrieben, wieso Geborgenheit ein angeborenes Bedürfnis von und Menschen ist, und wie wir Geborgenheit durch die Raumgestaltung fördern können. Mit der Grundformel von Geborgenheit – sehen ohne gesehen zu werden – können Sie ihr Geborgenheitsbedürfnis individuell anpassen.

Raumklima / Behaglichkeit – darunter verstehen wir eine angenehme Wärme und Luftfeuchtigkeit. Strahlungswärme ist deshalb für den Menschen so angenehm, weil diese der Wärme von der Sonne nahe kommt. Die Luftfeuchtigkeit kann mittels offenporigen Materialien wie Holz auf das richtige Maß reguliert werden.

Nähe und Distanz – Ihre Erholungsoase wird dann für Sie passen, wenn Sie hier die richtige Nähe bzw. Distanz zu Ihren Mitbewohnern haben. Manche Menschen brauchen die vollkommene Ruhe, andere können sich besser entspannen, wenn sie ihre Mitbewohner „spüren“ können.

Angenehme Akustik – ist gerade deshalb so wichtig, weil die moderne Bauweise oft genau das Gegenteil bietet, nämlich harte Oberflächen, die eine lange Nachhallzeit im Raum verursachen. Sollte dies in Ihrer Wohnung der Fall sein, empfehlen wir, dies in Ihrer Erholungsoase gezielt zu ändern, indem Sie verstärkt weiche Materialien beim Inventar verwenden. Auch die Wandoberfläche kann nachträglich noch angepasst werden.

Individuelle Bedürfnisse – mit diesem Punkt schließt sich der Kreis, indem wir wieder zur Grundlage von Erholung zurückkommen, nämlich die Möglichkeit etwas zu tun, was Freude bereitet, und wo man in der Tätigkeit aufgehen kann.

Meine persönliche Erholungsoase

Mit diesen Aspekten, können Sie beginnen, sich eine persönliche Erholungsoase einzurichten. Die Artikel der Reihe „gesunde Lebensräume“ enthalten immer wieder Empfehlungen, die der Erholung dienen.

 

Meine Fragen an Sie

Besonders bei diesem Thema freue ich mich auf Ihre Rückmeldungen und Erfahrungen mit der Erholung in Ihrem Zuhause. Besonders interessant finde ich diese Frage:

kreis-gelb1Welche Wohnbedingungen ermöglichen, oder verhindern, dass Sie sich Zuhause gut erholen können?

Nachdem ich sehr daran interessiert bin, dieses Thema noch besser zu verstehen, werde ich auf Ihre Kommentare sicherlich antworten, so dass Sie mit jeder Frage auch eine Kurzberatung erhalten werden.

Architektur für Hochsensible

Architektur für Hochsensible

Was Hochsensible von Räumen brauchen 


Architektur für Hochsensible bedeutet, auf deren Bedürfnisse besonders Rücksicht nimmt. Dieser Artikel beschreibt, was darunter zu verstehen ist.

Hochsensible Menschen zeichnen besonders empfindliche Sinneswahrnehmungen und eine spezielle Begabung in der Wahrnehmung von Stimmungen aus. Dieses Talent können Hochsensible nutzen, um in verschiedenen Gebieten, wie der Kunst oder im sozialen Bereich, Höchstleistungen zu vollbringen. Hochsensible leiden jedoch auch stärker unter Belastungen und reagieren häufiger mit Stresssymptomen oder auch Burn Out. Hochsensible zeichnen sich dadurch aus, dass sie stärker auf Umweltreize reagieren. Sie haben eine ausgeprägte, detailreiche und subtile Wahrnehmung und erleben die Eindrücke der Umwelt sehr intensiv. Damit reagieren sie stärker auf Stressfaktoren aus der Umwelt. Besonders Lärm und Beengung wirken sich stark auf das Wohlbefinden von hochsensiblen Menschen aus. Hochsensible können sehr kreativ sein, leiden aber auch mehr unter Unstimmigkeiten, Konflikten und Reizüberflutung.

Lt. Forschungen sind ca. 15-20% aller Menschen hochsensibel. Das ist wesentlich mehr, als ich persönlich vermutet hätte. Dies liegt wahrscheinlich daran, dass sich hochsensible Menschen unter Belastungen zurück ziehen und weniger in der Öffentlichkeit vertreten sind. Meist sind sie auch leiser.

Hochsensible nehmen Unstimmigkeiten deutlicher wahr

Doch was hat dies mit dem Wohnen oder der Architektur zu tun? Architektur für Hochsensible ist vor allem im Wohnbau eine wichtige Planungsaufgabe, weil Hochsensible auf Unstimmigkeiten in der Wohnumwelt stärker reagieren als andere. In der Wohnung kann dauerhafte Stressbelastung für Hochsensible zu einem wirklichen Problem werden.

Da die Intensität der Informationsaufnahme bei Betroffenen höher ist als bei anderen Menschen, stoßen Hochsensible früher an ihre Schmerzgrenze. Eine Überstimulation an Reizen kann in der Tat Schmerzen verursachen, denn bei Überlastung wehrt sich der Körper. Unwohlsein, muskuläre und nervliche Anspannung sind andere Symptome der Überreizung des Nervensystems. Hochsensible benötigen viel Zeit, um Erlebtes zu reflektieren, darüber nachzudenken, oft endlos zu grübeln. „70 Prozent von uns sind introvertiert und situationsbedingt häufig auf dem Rückzug. Dadurch werden wir oft als scheu und gehemmt eingestuft. Dabei sind die meisten von uns mindestens ebenso kontaktbedürftig wie alle anderen“, sagt Georg Parlow (2006), der als Hochsensibler ein Buch zum Thema geschrieben hat und die Internetseite „zart besaitet“ betreibt.

In einer Architektur für Hochsensible sollten folgende Faktoren des Wohnens besonders berücksichtigt werden:

Vermeiden Sie dauerhafte Stressbelastungen

Lärmempfindlichkeit ist eine der Hauptindizien dafür, dass ein Mensch als hochsensibel gilt. Viele Hochsensible erleben Lärm als körperlichen Schmerz. Diese Sensibilität kann sich jedoch auch auf alle anderen Sinneswahrnehmungen beziehen. So wirkt sich auch eine visuelle Überstimulation, wie grelles Licht, stark auf das Wohlbefinden von Hochsensiblen aus. In einer Studie wurde außerdem festgestellt, dass hochsensible Mütter stärker unter Chaos in der Wohnung leiden als normalsensible.

Durchforsten Sie Ihre Wohnung hinsichtlich Stressfaktoren wie Lärm, schlechte Akustik, zu starke Unordnung, harte und raue Oberflächen bzw. spitze Kanten usw.. Jeder Stressfaktor, den Sie beseitigen können, trägt zu ihrem Wohlbefinden bei.

Schaffen Sie Plätze der Geborgenheit

Geborgenheit ist ein psychisches Erleben, das für alle Menschen wichtig ist. Dies gilt für Hochsensible jedoch in einem besonderen Ausmaß, weil diese Zeit brauchen, in der sie die Reize der Außenwelt wegschalten können. Wenn Sie sich in Ihrem Zuhause einen besonderen Platz gestalten, der Geborgenheit ausdrückt und Ihnen die Möglichkeit zum Rückzug gibt, so kommen Sie diesem Bedürfnis entgegen. Folgende Gestaltungsmerkmale tragen zur Geborgenheit bei:

  • Blickschutz – das Gefühl nicht von anderen beobachtet zu werden
  • Überblick und Weite – zu erkennen, was draußen vorgeht, bietet meist ein zusätzliches Gefühl der Sicherheit
  • Positive Raumform, in der Wände und Decken als Grenze erlebt werden
  • Verwendung von weichen Materialien, die Sie gerne angreifen

Schaffen Sie Plätze der Erholung

Plätze der Geborgenheit sind meist auch Plätze der Erholung. Einige Aspekte können noch berücksichtigt werden, um den Erholungseffekt zu verstärken. Zahlreiche wissenschaftliche Studien haben die erholsame Wirkung der Natur eindrucksvoll belegt. Es sind jedoch bestimmte Merkmale der Natur, auf die man achten sollte. So ist etwa Faszination ein wichtiger Aspekt von Erholung. Bilder der Natur, die gleichzeitig faszinieren, können einen persönlichen Erholungsplatz stark bereichern. Weitere Aspekte von Erholung finden Sie in den Artikeln zur Rubrik „gesunde Lebensräume“.

Finden Sie die richtigen Farben

Warme, aber nicht zu kräftige Farben, haben das Potential das Geborgenheitsempfinden zu stärken. Natürlich ist die Farbgestaltung immer etwas sehr Individuelles. Nachdem Hochsensible ein gutes Gespür für feine Nuancen haben, ist es sehr wahrscheinlich, dass Sie Farben finden werden, die Ihr Wohlbefinden stärken.

Privatheitsregulation in der Wohnung

Im Wohnbau gilt: die Wohnung ist privat, die Straße ist öffentlich und dazwischen sollte es Übergangsbereiche geben. Sind diese Übergänge zu abrupt, so fühlen sich die meisten Menschen, und besonders die Hochsensiblen nicht sehr wohl. So ist etwa ein öffentlicher Weg, der zu nahe im Blickfeld einer privaten Wohnung vorbei führt, ein Störfaktor für die Bewohner. Meistens wird dann mit Blickschutzmaßnahmen reagiert. Eine weitere Möglichkeit wird oft weniger bedacht. Indem Sie die Übergänge individuell und privat gestalten, entsteht eine stärkere Grenze zwischen dem öffentlichen und dem privaten Bereich. Lassen Sie mich dies an einem Beispiel erklären:

Bei einer Laubengangerschließung einer Wohnung ist der Laubengang (halb)öffentlich und die Wohnung privat. Was fehlt ist der halbprivate Übergang. Indem Sie den Eingangsbereich (von innen und von außen) persönlich gestalten, wird dieser Übergang weicher und fließender. Die Wohnung innen wird damit auch stärker als privat erlebt.

Vermeidung von medialer Reizüberflutung

Mediale Reizüberflutung ist für Kinder problematisch. Für hochsensible Kinder kann dies besonders schwierig werden. Wenn Sie als Elternteil hochsensibel sind, sollten Sie die Möglichkeit in Erwägung ziehen, dass es auch Ihre Kinder sind, weil Hochsensibilität angeboren und nicht erworben ist. Zumindest der Fernsehkonsum kann durch die richtige Platzierung eingeschränkt werden. Geben Sie dem Fernseher keinen zentralen Standort in der Wohnung. Man kann einen Fernseher auch mit einfachen Mitteln verstecken. Eine Schiebewand in einem Fernsehkasten etwa, erfüllt diese Funktion sehr gut.

Hochsensible Kinder

Hier noch einige Empfehlungen für den Fall, dass Sie hochsensible Kinder haben.

Geborgenheit entsteht durch räumliche Faktoren, aber auch die Anwesenheit und die Nähe von vertrauten Menschen. Besonders Kinder brauchen Sicherheit durch Kontakt. Hier haben Raumplaner, die mit dem Konzept Bauen für Geborgenheit arbeiten, Ideen verwirklicht, die diesem Bedürfnis stark entgegenkommen. Im Aufenthaltsraum einer Wohngruppe für krisenbelastete Kinder wurde ein Podest in ca. 1,70 m Höhe eingebaut. Kinder die sich dorthin zurückziehen, können von unten nur gesehen werden, wenn man die Leiter ein Stück hinaufsteigt. Dieses Podest ist mit geschwungenen Ratanstäben nach unten abgegrenzt. Damit besteht die Möglichkeit der Kontaktaufnahme durch das Kind, das sich dorthin zurückgezogen hat. Vor allem im Konfliktfall hat sich dieser Einbau besonders bewährt. Die Kinder können sich zurückziehen, ihre Privatheit schützen, sich beruhigen, haben aber trotzdem die Möglichkeit mitzubekommen, was unten vor sich geht und was die anderen zu dem Konflikt sagen. Mit diesem Podesteinbau können Kinder den Schutz durch Rückzug optimal mit dem Schutz durch Kontakt verbinden und die Privatheit durch Rückzug und Kontakt selbst regulieren.

Verstecke haben für Kinder eine beinahe magische Qualität. Die Möglichkeit sich im Wohnbereich zu verstecken ist eine Bereicherung für alle Kinder.

Schlafbereiche für Kinder

Für Kinder sind häufig die normalen Raumproportionen nicht passend und entsprechen nicht ihrem Sicherheitsempfinden. Besonders kleine Kinder brauchen ein Bett als Raum im Raum, um hier wirklich die nötige Geborgenheit empfinden zu können. Was bedeutet dies: Indem das Bett eine Nische im Raum darstellt und die Raumhöhe durch Einbauten unterbrochen wird, kann die Raumproportion dem kindlichen Maßstab und dem kindlichen Empfinden angepasst werden. Verwendet man dazu noch weiche Materialien und warme Farben, so kann die Schlafqualität besonders von den Kindern verbessert werden, die gelegentlich unter Ängsten leiden.

Aus diesen Beschreibungen können wir erkennen, dass hier ein großer Teil aller relevanten Wohnbedürfnisse angesprochen ist. Bedürfnisorientierte Planung ist also für Hochsensible besonders wichtig.

Hochsensible brauchen eine andere Herangehensweise

Hochsensible Menschen sind meist erleichtert, wenn sie erfahren, dass es die Unterscheidung zwischen normalsensibel und hochsensibel gibt. Damit verbunden ist das Gefühl, dass diese Sensibilität kein Makel sondern ein Talent ist.

In der Planung bedarf dieses Thema einer besonderen Kommunikation. Unterschiede in den Wünschen der Gestaltung können sich allein durch Unterschiede in der Wahrnehmungsverarbeitung (hochsensibel oder nicht) ergeben. Hochsensible und normalsensible Menschen haben in manchen Belangen sehr unterschiedliche Behaglichkeitsbereiche. Vor allem im akustischen Bereich sollte darauf geachtet werden.

Für hochsensible Menschen sind all diejenigen Gestaltungsmittel passend, die das Stressniveau herabsetzen und den Betroffenen dadurch die Verarbeitung der Wahrnehmungseindrücke erleichtern. Wir bringen das Reizniveau also in den Behaglichkeitsbereich der Hochsensiblen und beachten die Regeln der Privatheitsregulation in besonderem Ausmaß. Dies geschieht durch Reizminderung, wo es um Wahrnehmungsstress (Lärm, Nachhallzeit) geht, sowie durch Einsatz bestimmter Gestaltungsmittel (Raumformen, Farben, Natur), wo es um beruhigende Wirkung geht.

 

 

Hohe Gebäude lehren uns das Fürchten

Hohe Gebäude lehren uns das Fürchten

Hohe Gebäude versus Geborgenheit

Kurz nachdem ich den blog über Geborgenheit geschrieben hatte, ist mir ein wissenschaftlicher Artikel in die Hände gefallen, der es in sich hat. Die Kernbotschaft lautet:

„Hohe Gebäude lehren uns das Fürchten, sie verlangsamen unsere Bewegungen und unser Denken.“

Hohe Gebäude bewirken eine Haltung der Ehrfurcht. Die Folge ist ein Erstarren im Tun und im Denken, also ein Art Totstellreflex. Im Originaltext wird dies „freezing“ genannt.

Wirkung häufig erwünscht

Betrachtet man vor allem moderne Bürogebäude großer Banken, Konzerne oder auch Verwaltungsgebäude, so wird klar, dass der Sinn von Architektur häufig nicht darin liegt Wohlbehagen und Gesundheit zu fördern, sondern darin, Positionen zu vertreten und Macht zu demonstrieren. Den Inhabern dieser Gebäude wird Macht zugeschrieben, die sie auch haben, wenn wir bei der Betrachtung dieser Gebäude „einfrieren“. In diesem Zustand ist man nicht mehr sehr handlungsfähig und natürlich manipulierbar.

Dieses Thema möchte ich nicht länger zerreden oder zerschreiben. Ich vermute, Sie wissen wovon ich spreche und würde mich freuen, wenn Sie uns Ihre Erfahrungen dazu mitteilen.

Bauen für Geborgenheit

Beitrag 2 der siebenteiligen Reihe – Wohnen macht gesund

Es gibt kein anderes Bedürfnis, dass so häufig genannt wird, wenn ich Einfamilienhäuser plane. Geborgenheit und Behaglichkeit sind die zwei grundlegenden Wohnbedürfnisse, weil es beim Wohnen genau darum geht. Wir wollen einen Ort gestalten, wo wir den Unbilden unserer Umwelt entfliehen können. Geborgenheit und Behaglichkeit hängen zusammen, sind ähnliche Bedürfnisse, aber doch nicht gleich. Hier wollen wir uns mit der Geborgenheit beschäftigen.

Geborgenheit als Erbe unserer Menschheitsgeschichte

Unsere Urinstinkte sagen uns, dass wir Geborgenheit brauchen. Wieso ist das so? Geborgenheit leitet sich ab vom Wort „bergen“, also in Sicherheit bringen. In frühen Zeiten der Menschheitsgeschichte waren wir laufend von Gefahren umgeben. Der vielzitierte „Säbelzahntiger“ ist nur ein Beispiel dafür. Also haben diese frühen Menschen auch Orte gesucht, wo sie den Gefahren trotzen konnten und wo sie sich sicher fühlten. Die Suche nach diesen sicheren Orten begleitet uns daher als Erbe aus unserer Geschichte. Brauchen wir nicht mehr Obacht zu geben, dann können wir auch entspannen und damit entsteht Wohlgefühl.

Das Gefühl in Sicherheit zu sein und keine Gefahren fürchten zu müssen, ermöglicht uns erst eine Entspannung und Erholung, die wir für das Gesundbleiben dringend brauchen. Somit ist Geborgenheit ein wichtiger Gesundheitsfaktor.

Die Grundformel für Geborgenheit

Wir fühlen uns sicher und geborgen, wenn wir unsere Umgebung überblicken können, uns aber gleichzeitig in einem geschützten Raum befinden. „Sehen ohne gesehen zu werden“ – das ist die Grundformel für räumliche Geborgenheit. Mit dieser Grundformel können wir an jedem Platz, wo wir Geborgenheit wünschen, diese auch herstellen. Wir können sowohl das Sehen, als auch das Gesehen werden, fein abstimmen. Sowohl Ausblick als auch Blickschutz von außen, können in unterschiedlichem Ausmaß hergestellt werden. Es macht einen Unterschied, ob wir am Esstisch sitzen, am Schreibtisch, auf der Wohnzimmercouch, an einem individuellen Erholungsplatz oder auf der Terrasse. Bedürfnisorientierte Planung bedeutet, für jeden Platz festzulegen, wieviel Sehen und wieviel Gesehen werden hier optimal ist. Dazu gibt es eine grobe Orientierung, jedoch keine absolut fixen Regeln. Je privater ein Platz ist, umso mehr Blickschutz ist notwendig.

Beispiel Terrassenplatz

Nehmen wir als Beispiel den Sitzplatz auf der Terrasse. Wollen wir hier entspannen und erholen, also liegen und relaxen, dann ist es nicht sinnvoll, diesen Platz von Seiten der Nachbarn oder von Seite der Straße einsichtig zu gestalten. Doch welche Terrasse bietet diesen „Luxus“ für seine Nutzer. Dies geht über den Komfort weit hinaus und berührt wichtige Grundbedürfnisse. Berücksichtigen wir die Grundbedürfnisse des Wohnens nicht, dann werden Plätze kaum oder sehr eingeschränkt genutzt. Auf alle Fälle ist die Nutzung dann mit einem Gewissen Unbehagen verbunden. Wir aber wollen Plätze gestalten, wo wir uns so richtig wohl fühlen.

Wieso wird Geborgenheit beim Planen häufig nicht berücksichtigt?

Modernes Bauen und moderne Architektur wird oft mit der Verwendung von viel Glas gleichgesetzt. Damit maximieren wir das „Sehen“, aber auch das „Gesehen werden“ und verlieren so die Ausgewogenheit. Dies wirkt sich auf unser Geborgenheitsempfinden aus. Modern ist Transparenz und Offenheit. Und so wird auch gebaut. Dies kann an einzelnen Plätzen auch passen, wird in manchen Bereichen der Wohnung aber die Nutzung stark einschränken. Der Gefahr zu offen zu bauen, können wir ganz einfach entgehen, wenn wir uns für jeden Platz in der Wohnung fragen, wieviel Ausblick, Blickschutz und Geborgenheit wir hier wollen. Nur dann können wir den Platz so nutzen, wie es unseren Bedürfnissen entspricht. Von den Bedürfnissen ausgehend zu planen, schützt also vor Planungsfehlern. Was machen wir aber, wenn wir bereits in einer zu offenen Wohnung leben und uns hier nicht so ganz wohl fühlen.

Unser Tipp: Setzen Sie sich an diese Plätze, die Sie optimieren wollen, und spüren Sie in sich hinein. Stellen Sie sich die Frage nach dem „sehen ohne gesehen zu werden“ und auch die Frage, ob hier die richtigen Materialien und die richtigen Farben vorhanden sind. Aus diesem „in sich hinein spüren“ werden Sie grundlegende Möglichkeiten finden, diesen Platz zu optimieren.

Bauen für Geborgenheit

Der Verein „Bauen für Geborgenheit“ hat dieses menschliche Grundbedürfnis ins Zentrum gerückt und geht davon aus, dass Geborgenheit die Grundvoraussetzung für kindliche Entwicklung ist. Ohne Geborgenheit wird in uns die Angst dominieren, die uns dann hemmt. Wir können also mit der Art und Weise, wie wir beim Bauen und Gestalten Geborgenheit herstellen, auf grundlegende Entwicklungsmöglichkeiten Einfluss nehmen. Kinder, die Zuhause keine oder wenig Geborgenheit spüren, werden sich schlechter entfalten und damit wichtige Lernschritte des Lebens nicht machen.

Wie können wir räumliche Geborgenheit in unseren Räumen verbessern. Die Experten von „Bauen für Geborgenheit“ haben einige Möglichkeiten aufgezeigt:

  • Wenn das Bett ein Raum im Raum wird, dann entsteht hier eine Schlafhöhle, die das Loslassen verbessert. Das Sicherheitsgefühl kann die Schlafqualität verbessern
  • Durch Einbauten kann die Raumhöhe reduziert werden, was vor allem für Kinder oft zu mehr Geborgenheit führt
  • Ein stabiler Esstisch mit einer gemütlichen Bank gibt das Gefühl, als Familie zusammen zu gehören und zusammen zu halten
  • Eine umschließende Raumform gibt Schutz und weiche Materialien betonen die mütterlichen (also beschützenden) Qualitäten

Achten wir auf unsere Bedürfnisse

Die Grundlage all dieser Beschreibungen ist aber immer Folgendes: „Nur wenn wir unsere Räume so planen und gestalten, dass die grundlegenden Bedürfnisse erfüllt sind, werden wir uns dauerhaft wohl fühlen.“ Nur dann wird einer aktiven Phase auch die Qualität des Loslassens, Entspannens und Erholens folgen können. Nur wenn wir unsere Bedürfnisse wichtiger erachten, als manche Modeerscheinungen, werden wir diese in der Raumgestaltung umsetzen können.

Geborgenheit brauchen wir umso mehr, je gebrechlicher oder schwächer wir sind. In der Kindheit oder im Alter ist dieses Bedürfnis daher von größerer Bedeutung als für Erwachsene, die mitten im Leben stehen. Mein Aufruf an die Planenden unter uns ist daher dieser:

„Gehen Sie nicht nur von den eigenen Bedürfnissen aus, sondern vor allem von den Bedürfnissen der Schwachen in unserer Gesellschaft. Nur dann werden wir menschengerecht bauen können!“

Geborgenheit auch im öffentlichen Raum

Bei Geborgenheit denken wir meist an das kuschelige Wohnzimmer oder unsere Lieblingsecke zum Lesen. Das Grundbedürfnis der Sicherheit ist jedoch stets präsent. Denken wir nur an Restaurants oder Cafehäuser, wo die meisten Menschen sich zuerst nach einem Eckplatz oder einer Nische umschauen, bevor sie einen Platz in der Raummitte auswählen. Gerade im öffentlichen Bereich ist es wichtig eine Grundsicherheit zu spüren.

Angsträume entschärfen

Die Prinzipien der Geborgenheit können auch angewandt werden, um sogenannte Angsträume zu entschärfen. Angsträume sind z.B. dunkle Tiefgaragen, wo man nicht sieht, wer hinter der nächsten Ecke lauert. Besonders problematisch ist es, wenn das täglich gebrauchte Treppenhaus wie ein Angstraum gestaltet ist – dunkel, düster und uneinsichtig. In diesen Räumen geht es weniger um das „nicht Gesehen werden“, sondern um das „Sehen“, also Überblick haben.

Sicher fühlen wir uns in solchen Räumen dann, wenn sie hell erleuchtet sind und wir einen Zufluchtsort erkennen können. Dies bedeutet, in einer Tiefgarage sollte man von jedem Platz aus den Ausgang sehen können. Dieses Wissen darüber, wohin man fliehen könnte, entschärft die Situation bereits deutlich.

Renaissance der Geborgenheit

In einer Zeit, wo Transparenz und Offenheit nicht nur das gesellschaftliche Leben bestimmt, sondern auch das Bauen und die Architektur, brauchen wir dringend eine Renaissance der Geborgenheit, um der Vielschichtigkeit unserer Natur und unseres Bedürfnisses gerecht zu werden. Wir werden damit Plätze schaffen, die uns gut tun, die Erholung bieten und damit auch unserer Gesundheit dienen.

Geborgenheit entsteht durch konkrete Gestaltung. Hier können Sie ein pdf herunter laden, das Ihnen einen Überblick zu den Raumfaktoren von Geborgenheit gibt. Dort finden Sie Anregung für Ihre individuelle Raumgestaltung.